Presseinformation

CSD Wiesbaden – 31.07.2021

#Mutausbruch

12:30 Uhr: Aufstellung Warmer Damm
13:00 Uhr: Demo
15:00 Uhr: CSD Picknick am Schlachthof

Genauere Informationen über Ablauf und stattfinden des Picknicks, können aufgrund der Covid19 Pandemie noch nicht bekannt gegeben werden.

Infos und aktuelle Updates über www.csd-wiesbaden.de, www.facebook.com/CSDWiesbaden und www.instagram.com/CSDWiesbaden

 

MUTAUSBRUCH – Die Botschaft

„Unser Motto kommt dieses Jahr direkt aus der Community und wurde anschließend von unserem CSD-Orga-Team ausgewählt. In einer Zeit in der schwule Männer mit brennbaren Flüssigkeiten übergossen und angezündet werden, in der schwule Pärchen angegriffen und umgebracht werden, in der trans* Frauen und Männer täglich angegriffen, getötet und auch aus der eigenen Community angefeindet werden, in der lesbische Pärchen in einem öffentlichen Bus sexuell genötigt werden, angegriffen und geschlagen werden, in dem bisexuelle Menschen immer noch lächerlich gemacht werden und nicht ernst genommen werden, ist es Zeit, mutig zu sein.“ erklärt Thorsten Buschmeier, Vorstandsmitglied bei Warmes Wiesbaden e.V. und Projektleitung des CSD 2021.

In einer Zeit, in der Politiker:innen von „skurrilen Minderheiten“ sprechen, Opfer-Täter-Umkehrungen zunehmen und Menschenrechte zu einer Ideologie heruntergespielt und in die Lächerlichkeit gezogen werden, ist es nicht nur Zeit mutig zu sein, es ist Zeit für einen Mutausbruch!

In einer Zeit, in der sich polnische Städte und Regionen zu LSBT*IQ-freien Zonen erklären und in Tschetschenien, Russland und anderen Ländern regelrecht ein Sport daraus gemacht wird, queere Menschen zu jagen und outen, ist es nicht nur Zeit mutig zu sein, es ist Zeit für einen Mutausbruch!

In einer Zeit in dem die Ungarische Regierung minderjährigen Menschen verbieten will, sich über LSBT*IQ Themen zu informieren ist es Zeit für einen Mutausbruch!

Projektleiter T. Buschmeier betont, dass ein Mutausbruch viele #Mutmacher_innen braucht, die sich sichtbar machen wollen „Wir wollen nicht toleriert werden, wir fordern Akzeptanz!“

Mut ist für jede_n anders definiert. Mut strahlt in tausend verschiedenen Farben. Mut kann stark sein. Es kann aber auch besonders mutig sein sich einzugestehen, dass man Angst hat, dass man sich schwach fühlt. Außerdem braucht es Mut sich einzugestehen, dass man sich alleine fühlt und eine Person braucht, die man nach Hilfe fragen kann. Es braucht viel Mut um über seinen eigenen Schatten zu springen und um für sich selbst einzustehen.

 

Für LSBT*IQ fängt der MUTAUSBRUCH im Kleinen an und wirkt sich bis ins Berufsleben aus.

Die eine Person ist mutig, weil sie endlich den Mut, die Courage und die Selbstliebe aufbringt sich seinen Eltern anzuvertrauen, für den anderen ist es mutig zum ersten Mal mit Harness und Puppymaske auf einen CSD zu gehen. Für jemand anderes ist es mutig endlich etwas zu erwidern, wenn die Ansprache misgendert wird und darauf hingewiesen wird. Und für wieder jemand anderes ist es mutig, sich vor seinen Arbeitgeber_innen und Kolleg_innen zu outen mit dem Gedanken an verbaute Karrieremöglichkeiten.

 

Mutig ist es Empathie zu zeigen und sich in die Lage des anderen zu versetzen.

Auch wenn nicht alles klar und nachvollziehbar ist, ist ein respektvoller Umgang ein bescheidener Wunsch. Wird der Fokus auf Gemeinsamkeiten gelegt und nicht auf Differenzen, so wird schnell klar, dass uns alle mehr verbindet als trennt.

 

Mutig ist es sich zu solidarisieren.

Dabei spielt es keine Rolle, ob es der Papa ist, der sich auch die Fingernägel lackiert, weil sein 4-jähriger Sohn deswegen im Kindergarten gemobbt wird, oder die Mama die bei einem Gespräch mit Arbeitskolleg_innen einen homofeindlichen oder transfeindlichen Satz anspricht und kritisiert, und es nicht einfach hinnimmt und schweigt.

 

Das sind alles Gründe für einen lauten CSD in der Landeshauptstadt Wiesbaden!

Wir als CSD Wiesbaden möchten die Sichtbarkeit feiern. Gerade in dieser herausfordernden Zeit und inmitten einer Pandemie, darf die Sichtbarkeit nicht zu kurz kommen. So wollen wir fröhlich sein, zelebrieren, genießen und vor allem: Sichtbar sein!

Wir möchten aber auch auf die unerträglichen Zustände für LSBT*IQ Menschen aufmerksam machen, die überall und weltweit stattfinden. Wir möchten die unbequemen Fragen an die Politiker_innen stellen. Wir möchten darauf hinweisen, dass wir eben noch nicht alles erreicht haben. Wir möchten keine Lippenbekenntnisse mehr, wir wollen Taten von der Politik sehen und das nicht nur in Deutschland. Wir möchten nicht nur toleriert werden. Wir fordern Akzeptanz!

Wir rufen daher auf: „Wir wollen nicht nur ein CSD für die “bunten, schrägen, extrovertierten” Menschen sein. LSBT*IQ ist mehr als nur bunt, laut und schrill. Wir sind auch dunkel, leise, introvertiert, schüchtern, unsicher, verletzt, ängstlich, verärgert, wütend und verzweifelt. Wir möchten alle repräsentieren, die sich vielleicht auch von der eigenen Community ausgegrenzt fühlen, weil sie nicht “kategorisierbar” sind, sich nicht einem bestimmten Label unterordnen wollen und mutig „sie selbst“ sind.“

Auch in 2021 gehen wir wieder auf die Straßen und demonstrieren für gleiche Rechte, für gesellschaftliche Freiheit, für mehr Akzeptanz sowie mehr Empathie. Für besseren Schutz von

Menschen, die sich der LSBT*IQ Community zugehörig fühlen, nicht nur in Wiesbaden, sondern auch in Deutschland, in Europa und der ganzen Welt.

 

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Kontakt

Projektleitung CSD Wiesbaden

projektleitung@csd-wiesbaden.de

 

Berichterstattung

gab Juli 2021, S. 22-23:
CSD Wiesbaden: Die Zeit ist reif für einen Mutausbruch!